Aus Freundschaft wurde Liebe!

Was 2010 als Kollegen im Spiegel begann, wurde 2011 nicht nur als Paar, sondern auch als kleine Familie fortgeführt. Thorsten brachte nämlich, als Bonuszugabe, die kleine Leonie mit. Schnell war klar, dass wir zusammengehörten. Und so zog er bei mir ein. Noch wusste er ja nicht, auf was er sich einlässt, denn meine größte Schwäche war das Umziehen... Von der Erftstraße ging es auf die Büttgerstraße, von dort aus zum Hamtorwall und letztendlich sind wir, in meiner alten Heimat, in Grimlinghausen gelandet. 2020, am 26.Oktober um genau zu sein, fand Thorsten, dass dem Sprichwort "Drum prüfe wer sich ewig bindet, ob sich nicht etwas Besseres findet" genüge getan wurde, und machte mir einen Heiratsantrag. Thorsten wäre jedoch nicht Thorsten, wenn dem nicht eine Odyssee voranging. Das Wochenende wurde von ihm von langer Hand geplant. Der Ring wurde, in enger Absprache mit meiner besten Freundin Annette und ihrer Tochter Anna-Lena ausgesucht und der Küchenchef vom Land- und Golfhotel in Stromberg bekam genaue Anweisung zum Ablauf des Candlelight Dinners. Ihr seht, es stand Alles. Sämtliche Freunde waren eingeweiht, Alle wussten Bescheid... Alle, nur ich natürlich nicht. Für mich waren es einfach ein paar erholsame Tage... 

Sonntag sollte es losgehen.... Was Keiner wusste, kurz vor der Abreise machte sich ein "kleiner" Nierenstein bei Thorsten auf seine Reise und meldete sich das erste Mal Freitagnacht ... Völlig kopflos fuhren wir ins Lukaskrankenhaus. Schnell war die Diagnose gestellt. Wir waren erst einmal beruhigt, die Schmerzen ließen nach.... Samstagnachmittag erneuter ALARM...  Dieses Mal fuhren wir nach Golzheim in die Urologische Klinik.... Auf dem Weg dahin äußerte ich das erste Mal den Vorschlag, die Wellnesstage zu verschieben... Keine Chance...

Die Klinik in Golzheim bestätigte die Diagnose vom Lukaskrankenhaus, aber außer Schmerzmittel zu verabreichen oder Thorsten in die Klinik einzuweisen, konnte der Arzt nichts machen.

Und wer Thorsten kennt weiß, wenn er einmal einen Plan ins Auge gefasst hat, dann wird dieser ausgeführt, koste es was es wolle.

Sonntagmorgen fuhren wir dann los. Und es sah auch alles gut aus. Den ganzen Tag keine Schmerzen... Nein, denn die warteten bis in die frühen Morgenstunden zu Montag und zwar so schlimm, dass wir den Aufenthalt abbrechen und nach Hause fahren wollten. Im Schweinsgalopp habe ich unsere Sachen zusammengerafft, bin zum Auto gerannt und habe dem Nachtportier unsere Zimmernummer zugerufen und ihm gesagt, er möge die Rechnung fertig machen, wir reisen sofort ab.

Daraus wurde aber nichts... Während ich den Wagen einräumte, war Thorsten in der Lobby angekommen und hatte so große Schmerzen, dass ich dachte, er stirbt. Der herbeigerufene Krankenwagen kam dann nach 30 Minuten, lud ihn ein und brachte ihn in die Uniklinik nach Mainz. Auf halber Strecke kam ein Notarzt dazu um Schmerzmittel zu verabreichen. 

Leider durfte ich nicht mit und so saß ich wie ein Häufchen Elend in unserem Hotelzimmer.

Gegen 10.30 Uhr hielt ich es nicht mehr aus und machte mich auf den Weg nach Mainz. Was ich nicht wusste, mittlerweile waren auch dort sämliche Ärzte, Schwestern und Pfleger der urologischen Abteilung des Klinikums in seinen Plan, mir am Abend einen Heiratsantrag zu machen, eingeweiht. Das Krankenhauspersonal setzte Himmel und Hölle in Bewegung, um die mittlerweile notwendige Operation schnellstens durchzuführen. Noch bevor ich in Mainz eintraf, lag Thorsten schon im OP und ein anderer Patient wurde wieder in sein Zimmer geschoben. Ich habe tausend Tode ausgestanden. Gegen 12 Uhr mittags wurde er in den Aufwachraum/Wartebereich gebracht, der mittlerweile gut gefüllt war. Dazu gibt es eine eigene kleine Geschichte, aber die kann Thorsten euch persönlich erzählen...

Das Ende vom Lied, bereits um 15 Uhr am gleichen Tag lagen wir auf einer Massageliege im Wellnesshotel und bekamen unsere erste Anwendung.

Pünktlich um 19:30 Uhr saßen wir beim Abendessen, wo ich dann den romantischsten Heiratsantrag bekam den man sich vorstellen kann.

Thorsten wird seit diesen Tagen mit dem Phönix aus der Asche verglichen. 

Stefan, danke für diesen Vergleich :-)

She said Yes!